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Weniger Holzverbrauch, mehr Ernte, neue Perspektiven

Verfasst von newTree Veröffentlicht am 6 November 2026

Wie langfristige Unterstützung 90 Familien in Rapadama stärkt und neue Perspektiven für die ganze Dorfgemeinschaft schafft.

Bild: newTree | Amadou O. erzählt über die Zusammenarbeit mit tiipaalga.

„Ich heisse Amadou*, bin einer der Ältesten und führenden Persönlichkeiten unseres Dorfes Rapadama in der Region Ganzourgou, rund 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Ouagadougou. Hier leben etwa 3’900 Menschen, die gerne arbeiten und etwas bewegen möchten. Doch unregelmässige Niederschläge, fehlendes Wissen über nachhaltige Anbaumethoden und begrenzte Einkommensmöglichkeiten erschweren es vielen Familien, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

In der Vergangenheit wurden bereits verschiedene Unterstützungsprojekte gestartet, darunter der Bau eines Brunnens und eines Wasserturms sowie die Anlage eines Gemüsegartens. Leider fehlten oft die langfristige Begleitung und die gemeinsame Verantwortung, um diese Projekte nachhaltig zu gestalten.

Mit tiipaalga (newTrees lokale Partnerorganisation in Burkina Faso) haben wir eine neue Herangehensweise kennengelernt: 2023 lernten die Frauen unseres Dorfes in Schulungen, ihre traditionellen Drei-Steine-Kochstellen mit einem Lehmkranz energieeffizienter zu gestalten. Heute bauen sie diese selbst und nutzen sie täglich.

Das mag nach einer kleinen Veränderung klingen, doch für uns sind deren Auswirkungen von grosser Bedeutung: Die Kochstellen verbessern die Kochbedingungen und die Hygiene in den Haushalten. Zudem wird pro Woche und Haushalt statt drei nur noch eine Karre Brennholz benötigt. Das schont die Waldressourcen und entlastet die Frauen. Gleichzeitig ist unter ihnen ein stärkerer Zusammenhalt entstanden. Sie tauschen sich über ihre Herausforderungen und Wünsche aus und suchen gemeinsam nach Lösungen.

Aus dieser Gemeinschaft heraus entstand der Wunsch, den früheren Gemüsegarten wiederzubeleben. Die Frauen baten tiipaalga um Unterstützung beim Bau einer Umzäunung und eines Brunnens. 2025 wurde dieser Wunsch Wirklichkeit. Für den Bau der Umzäunung mobilisierte sich das ganze Dorf – ein Zeichen dafür, dass die Menschen ihre Zukunft gemeinsam gestalten wollen.

Die Zusammenarbeit mit tiipaalga ging weit über die Einrichtung des Gartens hinaus. Gemeinsam entwickelten wir Ideen für seine nachhaltige Bewirtschaftung. Die Frauen lernten Methoden des biologischen Anbaus kennen, stellten natürlichen Dünger, Pflanzenkohle und biologische Pflanzenschutzmittel her und zogen eigene Setzlinge.

Bild: newTree | Die Frauen gestalten ihren Garten nach eigenen Vorstellungen und wachsen dabei zu einer starken Gemeinschaft zusammen.
Bild: newTree | Die Frauen bewirtschaften den Garten gemeinsam, tauschen Erfahrungen aus und lernen nachhaltige Anbaumethoden für ertragreiche Ernten.
Bild: newTree | Auf 3 ha Land wachsen Bäume und Nutzpflanzen – hier im Vordergrund Reis – in einem vielfältigen Agroforstsystem zusammen. Die natürliche Vielfalt stärkt das Ökosystem und macht die Landwirtschaft widerstandsfähiger.

In diesem Jahr richteten wir den Blick gemeinsam auf die Zukunft des Gartens. Mithilfe der integrativen Planung lernten die Frauen ihre Bedürfnisse formulieren, etwa die Lebensbedingungen ihrer Familien schrittweise zu verbessern, Lösungen zu entwickeln und erste Ideen umzusetzen. Dabei wurden weitere Wünsche deutlich: Fischzucht, schattige Arbeitsplätze zur Verarbeitung der Ernte und ein zweiter Brunnen. Denn, obwohl der erste Brunnen leistungsfähig ist, reicht das Wasser nicht aus, um alle Beete ausreichend zu bewässern.

tiipaalga erklärte sich bereit, uns auch bei diesem nächsten Schritt zu unterstützen. Entstanden ist eine erweiterte Infrastruktur mit Fischzuchtbecken, schattenspendenden Hangars, einem zweiten Brunnen, einer solarbetriebenen Pumpe, einem Wasserturm, einem Bewässerungsnetz und einem Speicherbecken.

Bild: newTree | Die Frauen lernen, Fische fachgerecht aufzuziehen und Fischzucht und Gartenbau durch natürliche Nährstoffkreisläufe nachhaltig zu verbinden.
Bild: newTree | Die zuverlässige Wasserversorgung ermöglicht es, Gemüse auch während der Trockenzeit anzubauen.

Heute können die Frauen den Garten besser bewirtschaften und ihre Produktion erweitern. Sie bauen unter anderem Salate, Tomaten, Stangenbohnen, Hibiskus, Zwiebeln, Auberginen, Mais und Reis an und betreiben Fischzucht. Das vielfältige Angebot bereichert ihre Ernährung und eröffnet ihnen neue Möglichkeiten, ihre Aktivitäten auszubauen und ihr Einkommen zu verbessern.

Was mit energieeffizienteren Kochstellen begann, hat sich zu einem Gemeinschaftsgarten und einem Ort für nachhaltige Landwirtschaft entwickelt. Während die Kochstellen den Brennholzverbrauch und damit den Druck auf die Bäume reduzieren, entlastet der Garten die Frauen bei der Versorgung ihrer Familien mit Gemüse. Einige können inzwischen sogar Überschüsse verkaufen und mit den zusätzlichen Einnahmen weitere Bedürfnisse ihrer Haushalte decken. Und während wir heute die Früchte dieser Arbeit ernten, richten wir den Blick bereits nach vorne – auf das, was wir als Dorfgemeinschaft noch erreichen können.“

Was sich, dank Spenden, in Rapadama verändert hat

  • 60% weniger Brennholzverbrauch
  • 2 neue Brunnen sichern Wasserversorgung und Ernten
  • 1 Gemeinschaftsgarten + 2 Fischzuchtbecken diversifizieren Ernährung und Einkommensquellen
  • Mind. 90 Familien bzw. 600 Personen mit neuen Perspektiven

Ihre Spende schafft Perspektiven

Sie unterstützt Bauernfamilien im Sahel dabei, praktische Lösungen selbst umzusetzen – von energieeffizienten Kochstellen über Ernährungsgärten mit Fischzuchtbecken bis hin zu neuen Einkommensmöglichkeiten.

  • CHF 50 ermöglichen z.B. einer Frau, den Bau und Unterhalt einer holzsparenden Kochstelle zu erlernen.
  • CHF 125 ermöglichen z.B. 30 Frauen eine Ausbildung und Begleitung im nachhaltigen Gemüseanbau.
  • CHF 500 ermöglichen z.B. einer Frauengruppe die Ausbildung in integrativer Planung zur Entwicklung ihres Gemeinschaftsgartens.

*Name aus Persönlichkeitsschutzrechten geändert.